Tabelle der üblichen Formeln und Warnsignale – und Ihr eigenes Zeugnis gratis prüfen.
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| Formulierung (Leistung) | Lesart (indikativ) |
|---|---|
| «stets zu unserer vollsten Zufriedenheit» | sehr gut |
| «zu unserer vollsten Zufriedenheit» / «stets zu unserer vollen Zufriedenheit» | gut |
| «zu unserer vollen Zufriedenheit» / «stets zu unserer Zufriedenheit» | befriedigend |
| «zu unserer Zufriedenheit» | genügend |
| «im Grossen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit», «bemühte sich» | ungenügend |
| Formulierung (Verhalten) | Lesart (indikativ) |
|---|---|
| «war stets vorbildlich» | sehr gut |
| «war vorbildlich» / «stets einwandfrei» | gut |
| «war einwandfrei» / «stets korrekt» | befriedigend |
| «war korrekt» / «gab zu keinen Klagen Anlass» | genügend |
| «war im Wesentlichen einwandfrei» | ungenügend |
Die Schweizer Praxis ist weniger codiert als die deutsche; viele Arbeitgebende verwenden die Formeln trotzdem. Massgebend ist der Gesamteindruck – die Noten sind nur ein Anhaltspunkt.
| Formulierung | Verbreitete Lesart |
|---|---|
| «bemühte sich», «war stets bemüht» | Anstrengung ohne Erfolg – ungenügend |
| «zeigte Verständnis / Interesse für seine Arbeit» | keine Aussage zur Leistung – negativ |
| «tat sein Möglichstes», «im Rahmen seiner Fähigkeiten» | schwache Leistung |
| «trug durch seine Geselligkeit zum Betriebsklima bei» | zweideutig (Alkohol, Ablenkung) |
| «wir haben ihn als … kennengelernt» | Distanzierung, Eigenschaft nur behauptet |
| «wusste sich gut zu verkaufen» | Selbstdarstellung statt Leistung |
| «wünschen ihm vor allem Gesundheit» | Hinweis auf Krankheit |
| Mitarbeitende vor Vorgesetzten genannt | Hinweis auf Spannungen mit Vorgesetzten |
| Schlussformel fehlt ganz oder teilweise (Bedauern, Dank, Wünsche) | wird als Distanz gelesen |
Zweideutige Formulierungen und Zeugniscodes sind gemäss SECO unzulässig. Ob ein Satz im Einzelfall wirklich «codiert» ist, hängt vom ganzen Zeugnis ab.
| Punkt | Regel |
|---|---|
| Anspruch | jederzeit, auch während der Anstellung als Zwischenzeugnis (Art. 330a Abs. 1 OR; SECO) |
| Vollzeugnis | Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie Leistungen und Verhalten (Art. 330a Abs. 1 OR) |
| Arbeitsbestätigung | auf besonderes Verlangen nur Art und Dauer (Art. 330a Abs. 2 OR) |
| Inhalt | wahr, vollständig, klar und wohlwollend; zweideutige Formulierungen und Zeugniscodes sind unzulässig (SECO) |
| Zwingend | Art. 330a OR darf nicht zuungunsten der Arbeitnehmenden abgeändert werden (Art. 362 OR); kein Verzicht während der Anstellung und einen Monat danach (Art. 341 Abs. 1 OR) |
| Verjährung | 10 Jahre ab Ende des Arbeitsverhältnisses, für Ausstellung und Berichtigung (Art. 127 OR; BGE 147 III 78) |
| Durchsetzung | Schlichtungsbehörde; bis Streitwert CHF 30'000 keine Gerichtskosten im Schlichtungs- und Entscheidverfahren (Art. 113 Abs. 2 Bst. d, Art. 114 Bst. c ZPO), vereinfachtes Verfahren (Art. 243 ZPO) |
Quellen: Art. 330a, 127, 341, 362 OR (Fedlex, Fassung 1.10.2026); Art. 113, 114, 243 ZPO (Fedlex, Fassung 1.7.2026); SECO, FAQ Arbeitszeugnis; BGE 147 III 78 (Verjährung 10 Jahre). Die Lesarten der Formulierungen beruhen auf verbreiteter Praxis; es gibt keine gesetzliche Notenskala. Geprüft am 19.10.2026.
Diese Zufriedenheitsformel gilt nach verbreiteter Lesart als Bestnote («sehr gut»). «Zu unserer vollen Zufriedenheit» liegt etwa bei «befriedigend», «zu unserer Zufriedenheit» bei «genügend». Die Schweizer Praxis ist weniger codiert als die deutsche – die Noten sind deshalb nur indikativ.
Nein. Gemäss SECO sind zweideutige Formulierungen und Zeugniscodes, bei denen vordergründig positive Sätze für Eingeweihte negative Botschaften enthalten, unzulässig. Das Zeugnis muss wahr und wohlwollend sein.
Nicht auf eine bestimmte Formulierung. Sie haben Anspruch auf ein wahres, vollständiges, klares und wohlwollendes Zeugnis. War Ihre Leistung tatsächlich sehr gut, soll das Zeugnis das klar ausdrücken. Eine Schlussformel ist üblich; fehlt sie, fällt das auf – Sie können höflich darum bitten.